Platooning reduziert
Staus und Emissionen

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Platooning reduziert Staus und Emissionen

Gwenny Nales, Corporate Communication Manager

Gwenny Nales

Corporate Communications Manager, Van Ameyde

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Van Ameyde ist einer der Sponsoren des Aon SMRT Convoy. Am 13. Juni 2018 fuhr ein Konvoi von „selbstfahrenden“ Autos von Groningen ganz im Norden der Niederlande nach Helmond im Süden des Landes. Welchen Zweck verfolgt das so genannte Platooning?

Das ständig steigende Verkehrsaufkommen hat den Verkehrsfluss und die Straßensicherheit zu wichtigen Problemen des niederländischen Verkehrsministeriums gemacht. Andere Länder stehen vor ähnlichen Problemen. Der niederländische Minister sieht die Antwort in der „intelligenten Mobilität“. Zelfrijdendvervoer.nl (2017) meldete, dass der Minister bis Jahresende entsprechende Rechtsvorschriften ausarbeiten und die Infrastruktur für halbautonome Autos vorbereiten möchte.

Eine dieser Maßnahmen sind so genannte TULIP-Korridore. Diese Korridore verbinden Amsterdam, Antwerpen und Rotterdam mit dem Ruhrgebiet. Bis 2020 sollten täglich einhundert „Lkw-Platoons“ die Korridore nutzen. In jedem Platoon fahren bis zu fünf drahtlos miteinander verbundene Lkw in einer Kolonne. In der Region Rotterdam-Den Haag wurde 2017 ein Großversuch mit „selbstfahrenden“ Lkw auf Hauptverkehrsstraßen durchgeführt. Platooning wurde bereits in verschiedenen Ländern getestet, unter anderem in Deutschland, den USA und Japan. Laut bbc.com sollen bis Ende 2018 Tests auf britischen Hauptverkehrsstraßen durchgeführt werden.

Lkw-Platooning verringert Verkehrsstaus

Platoons bestehen aus selbstfahrenden Lkw, die enger hintereinander fahren als Lkw mit Fahrer. Der menschliche Fahrer des Führungsfahrzeugs gibt Geschwindigkeit und Fahrtrichtung vor. Die übrigen Lkw folgen im Abstand von nur 0,3 Sekunden, ohne Beeinträchtigung der Sicherheit des Fahrers und der übrigen Verkehrsteilnehmer, so das niederländische Forschungsinstitut (2017). Die kurzen Abstände sorgen für mehr Platz auf den Straßen. Verkehrswellen, eine häufige Ursache für Staus, werden ebenfalls reduziert, da alle Lkw gleichzeitig bremsen.

Geringerer Kraftstoffverbrauch und Emissionen

Die kürzeren Abstände verringern auch den Luftwiderstand, wodurch wiederum Verbrauch und Emissionen sinken (TNO, 2017). Laut zelfrijdendvervoer.nl (2017) haben Platooning-Tests eine Verbrauchsreduzierung um bis zu 10 % erwiesen.

Technologieorientierung

Platooning erfordert ein hohes Maß an Technologie:

  • Fahrzeug-Fahrzeug-Kommunikation
  • Reaktion des Fahrzeugs auf Sensoren (Radar, Kameras)
  • Verbindung zwischen Fahrzeug und Platoon-Steuerung

Laut TNO (2017) muss das Platooning-System wegen der extrem kurzen Abstände alle Entscheidungen treffen (der Mensch reagiert zu spät).

SMRT Convoy 2018

Während frühere Tests sich auf die Lkw konzentrierten, besteht der von Van Ameyde gesponserte diesjährige SMRT Convoy aus halbautonomen Pkw. Ziel ist es, den Entscheidern der Arbeitgeber in Sachen Mobilität Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsysteme näher zu bringen. Die meisten Verkehrsunfälle werden durch menschliches Fehlverhalten verursacht. Assistenzsysteme minimieren menschliche Fehler. Bekannte Fahrerassistenzsysteme sind Abstandsregeltempomat, Spurassistent, Bremsassistent und Toter-Winkel-Überwachung.

Quellen

Zelfrijdendvervoer.nl. (2017). Minister: wegen en wetten dit jaar voorbereiden op ‘slimme’ voertuigen [nur NL]

Zelfrijdendvervoer.nl. (2017). Truck platooning in Rotterdam wordt een van vijf Europese testprojecten [nur NL]

TNO. (2017). Truck platooning techniek klaar voor de openbare weg [nur NL]

bbc.com (2017). ‘Self-driving’ lorries to be tested on UK roads.

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